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Granikos Technology Blog

You can read the English version of this post at ENow's ESE blog: What is Managed Availability and how do you take advantage of it?

 

Logo Exchange Server 2019Bevor ich darauf eingehe, was die Funktionen der Managed Availability von Exchange Server sind, müssen wir uns zuerst die Architektur von Exchange Server in Erinnerung rufen.

Exchange Server ist für eine hochverfügbare und ausfallsichere Bereitstellung von Postfachdiensten und Nachrichtentransport entwickelt worden. Die Basis hierfür sind die Datenbankverfügbarkeitsgruppen (DAG), Shadow Redundancy, SafetyNet und weitere Komponenten. Ebenso spielen ein korrektes Active Directory Site Design und eine Implementierung entsprechend der Exchange Server Preferred Architecture eine wichtige Rolle.

Sie können Exchange Server in einer Einzelserver-Installation betreiben, jedoch ist dies nicht das optimale Betriebsszenario für Exchange. Es ist, als würden Sie einen Sportwagen mit angezogener Handbremse fahren.

Exchange Server ist für den Betrieb einer DAG mit mehreren Servern entworfen worden. Für die Sicherstellung der Ausfallsicherheit und der Hochverfügbarkeit kommt nun die Funktion der Managed Availability ins Spiel.

 

Was ist Managed Availability

Die Funktion Managed Availability ist Bestandteil der Exchange Server Funktionen zur Hochverfügbarkeit (HA) und ist ein Exchange-internes Überwachungssystem für Exchange Funktionalitäten, das automatisch Aktionen zur Sicherstellung einer positiven Anwendererfahrung auslöst.

Hierbei wird die Erreichbarkeit der einzelnen Verbindungsendpunkte für Anwender getestet. Diese Funktionstests werden kontinuierlich ausgeführt. Um diese Tests durchführen zu können, nutzt Exchange Server spezielle Postfächer, die sog. Health Mailboxen. Diese Postfächer und die dazugehörigen Benutzerkonten sind in vollständiger Kontrolle von Exchange Server. Jede Postfachdatenbank einer modernen Exchange Server Version verfügt über individuelle Health Mailboxen für die Managed Availability. Weitere Endpunkte, die nicht von Exchange bereitgestellt, aber von jedem Exchange Server benötigt werden, sind die Domain Controller und DNS-Server. Auch diese Endpunkte werden durch die Managed Availability getestet.

Ebenso wird die Antwortzeit der einzelnen Endpunkte durch die Managed Availability gemessen. Diese Antwortzeiten (Latenz) sind ein Indikator dafür, ob ein Verbindungsendpunkt die Performance bietet, um Anwendern eine gute Erfahrung zu bieten.

Zusätzlich zur Erreichbarkeit und der Latenz der Client-Endpunkte wird auch die Funktionalität getestet. Als Beispiel sei hier die korrekte Indizierung einer E-Mail-Nachricht, nach dem Empfang im Postfach einer Health Mailbox, genannt. Hierdurch stellt die Managed Availability fest, ob die Suche im Postfach fehlerfrei funktioniert.

Ist nun ein Endpunkt nicht erreichbar, sind die Antwortzeiten eines Endpunktes zu lang oder treten bei einem Funktionstest Fehler auf, löst die Managed Availability automatisch Aktionen aus, um eigenständig wieder einen optimalen Betriebszustand zu erreichen.

 

Wie funktioniert Managed Availability?

Die Kernkomponenten der Managed Availability sind der Exchange Health Manager Service und der Exchange Health Manager Worker Prozess. Der Health Manager Service hat die Aufgabe, den Health Manager Worker Prozess zu steuern und zu kontrollieren. So wird sichergestellt, dass ein Fehler bei der Ausführung des Worker Prozesses nicht zu einer grundsätzlichen Störung der Managed Availability führt.

Die Managed Availability verwendet Proben, um Informationen über einzelne Komponenten zu sammeln und Messungen durchzuführen. Ein Exchange Server verfügt über hunderte von Proben, die in einzeln definierten Intervallen ausgeführt werden. Den Status der Proben, und damit auch des Servers, können Sie im Rahmen der Health-Cmdlets abfragen.

Die gesammelten Informationen und Messungen werden von der Monitoring-Komponente ausgewertet. In dieser Komponente ist die Business-Logik implementiert, um Informationen und Messungen auszuwerten. Sollte das Monitoring ein Problem feststellen, entscheidet die Responder-Definition darüber, ob eine Administrator-Eskalation oder eine direkte Responder-Aktion ausgelöst wird.

Das folgende Schaubild verdeutlicht den Aufbau der Managed Availability Komponente mit Probe Engine, Monitor und Responder.

Diagramm Übersicht Managed Availability

 

Unter einer Administrator-Eskalation dürfen Sie sich nun keine direkte Benachrichtigung der Exchange Administratoren vorstellen. Es wird ein entsprechender Eintrag in der Ereignisprotokollierung vorgenommen, den Sie mit einem System-Monitoring Tool überwachen müssen.

Wesentlich interessanter sind die automatischen Aktionen, die ein Responder ausführt. Kommt es z.B. bei der Prüfung von Outlook on the Web zu einem fehlerhaften Verhalten, durchlaufen die Responder-Aktionen mehrere Stufen, um wieder eine einwandfreie Exchange Funktion herzustellen. Als erste Reaktion wird der OWA-Applikationspool des betroffenen Exchange Servers neu gestartet. Hilft dieser Neustart des Applikationspools nicht, so führt die Managed Availability einen Neustart des W3SVC-Dienstes durch. Verbessert sich das Fehlerbild von Outlook on the Web nicht, führt die Managed Availability einen Neustart des Servers durch. Dieser Neustart des Servers wird allerdings nicht als regulärer Neustart durchgeführt, sondern per Bug-Check als harter Neustart.

Wenn Sie sich auf einem Exchange Server per Remote Desktop anmelden und einen Dialog erhalten, dass der letzte Shutdown unerwartet durchgeführt wurde, sollten Sie auf jeden Fall die Einträge der Managed Availability in den Crimson Channel Ereignisprotokollen prüfen.

Exchange Server unterstützt für einige der Proben die Möglichkeit einer Anpassung der Konfiguration. Diese Anpassung erfolgt als lokale oder globale Managed Availability Overrides. Lokale Overrides gelten für einen Server, während globale Overrides sich auf mehrere Server auswirken.

 

Welchen Vorteil bietet die Managed Availability?

Der entscheidende Vorteil der Managed Availability ist, dass Exchange Server sich selbst überwacht und so selbständig für eine hochverfügbare Bereitstellung der Exchange Funktionalitäten sorgt. Dies kann die Managed Availability aber nur, wenn Sie eine Exchange DAG Umgebung betreiben und den Implementierungsempfehlungen der Exchange Produktgruppe folgen. Moderne Exchange Server Versionen wurden dazu entwickelt, eigenständig die Hochverfügbarkeit der Applikation sicherzustellen. Exchange Server kennt andere HA-Komponenten Ihrer IT-Infrastruktur nicht und verlässt sich auch nicht auf diese. Moderne Exchange Server Version ab Version 2013 können mit Standard-Hardware und Standard-Speichermedien betrieben werden. Die Managed Availability sorgt im Zusammenspiel mit den HA-Funktionen einer Datenbankverfügbarkeitsgruppe für eine hochverfügbare Bereitstellung von Exchange Funktionen.

Fehler treten nie während der regulären Arbeitszeiten von Exchange Administratoren auf. Probleme und Fehler haben naturgemäß die Eigenart, nachts und an Wochenenden einzutreten. Wenn Sie einen ruhigen Schlaf bevorzugen, ist die Managed Availability genau das Mittel der Wahl.

 

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Viel Spaß mit Exchange Server.

 


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Logo Exchange Server 2019Exchange Server vNEXT ist nichts anderes als der Platzhaltername für die nächste Version von Exchange Server, die als Nachfolgeversion von Exchange Server 2019 veröffentlicht werden wird, da der finale Produktname noch nicht feststeht.

Nach der Veröffentlichung von Exchange Server 2019 gab es immer wieder Spekulationen, ob dies nun die letzte Exchange Server Version ist und damit das Ende von lokalen Exchange Server Editionen eingeläutet wurde. Während der Microsoft Ignite 2020 Konferenz hat Greg Taylor die Vision für Exchange Server vNEXT vorgestellt und damit den Spekulationen ein Ende gesetzt.

Die Veröffentlichung von Exchange Server vNEXT ist für das zweite Halbjahr 2021 angekündigt und wird nun die letzte On-Premises Version von Exchange Server sein. Welche technologischen Neuerungen Exchange Server vNEXT für Anwender bieten wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch unklar.

Änderung des Lizensierungsmodells

Die wichtigste Änderung, die uns mit Exchange Server vNEXT treffen wird, ist die Änderung des Lizensierungsmodells. Mit der nächsten Version von Exchange Server erfolgt ein Wechseln zu einer Abonnement-basierten Lizensierung. Wie die Lizensierungsbedingungen im Detail aussehen werden und wie sich die neue Lizensierung preislich darstellen wird, ist aktuell noch nicht bekannt. Mit dem Wechsel zu einem Abonnement-Modell werden Kunden auf jeden Fall thematisch an die Abonnement-Modelle der Microsoft-Cloud-Dienste herangeführt.

In-Place Update

Zum ersten Mal in der Geschichte von Exchange Server, ermöglicht Exchange Server vNEXT eine direkte Aktualisierung einer Exchange Server Installation. Diese In-Place-Aktualisierung ist jedoch nur für Exchange Server 2019 vorgesehen. Wenn Sie planen, auch in Zukunft weiterhin Exchange Server in einer lokalen IT-Infrastruktur einzusetzen, ist nun die Zeit gekommen, auf Exchange Server 2019 zu wechseln. Nur so profitieren Sie von einer einfachen Aktualisierung auf Exchange Server vNEXT. Die Möglichkeit zur In-Place Aktualisierung ist jedoch zeitlich beschränkt. Ab dem Zeitpunkt der Veröffentlichung von Exchange Server vNEXT beginnt das zweijährige Zeitfenster, in dem ein In-Place Upgrade eines Exchange Server 2019 Systems, mit aktuellem kumulativem Update, möglich sein wird.

Produktaktualisierungen und technischer Support

Mit der Änderung des Lizensierungsmodells ändert sich auch die Bereitstellung von Produktaktualisierungen und dem Zugang zum Produktsupport für Exchange Server vNEXT. Sie erhalten zukünftige Softwareaktualisierungen und Support nur, wenn Sie über ein aktives Abonnement für Exchange Server vNEXT verfügen.

 

Migrationswege

Exchange Server vNEXT erlaubt einen Koexistenzbetrieb mit allen modernen Exchange Server Versionen ab Version 2013. Dies ist eine Abweichung von früheren N-2 Voraussetzungen, als nur die jeweils aktuelle Produktversion und die jeweils beiden Vorversionen in einer Koexistenz betrieben werden konnten.

Da sich Exchange Server 2013 und 2016 bereits in der erweiterten Supportphase befinden, ist es Zeit, sich Gedanken über eine Migrationsstrategie zu machen. Je nach Ausgangssituation und geplantem Betriebsszenario einer lokalen Exchange Organisation, ergeben sich unterschiedliche Optionen.

 

Exchange Server 2016 befindet sich zwar seit dem 13. Oktober 2020 in der erweiterten Supportphase, jedoch ist diese die passende Produktversion, um einen reinen Verwaltungsserver für eine Hybrid-Konfiguration zu betreiben. Im Rahmen Ihres Microsoft 365 Abonnements können Sie eine kostenlose Lizenz zum Betrieb des Koexistenz-Servers erhalten. Für Exchange Server 2019 steht diese Option nicht zur Verfügung, da diese Produktversion immer eine kostenpflichtige Lizenz erfordert.

Die Daten für die Supportzeiträume von Exchange Server 2019 haben eine wichtige Änderung erfahren. Für Exchange Server 2019 war nie eine fünfjährige Phase für den erweiterten Support geplant. Exchange Server 2016 und 2019 hatten schon immer den 14. Oktober 2025 als finales Supportende. Das Ende des Mainstream-Supports für Exchange Server 2019 wurde vom 1. September 2024 auf den 9. Januar 2024 vorgezogen.

Das folgende Diagramm verdeutlicht noch einmal die Supportzeiträume moderner Exchange Server Versionen und das Zeitfenster für ein mögliches In-Place-Upgrade auf Exchange Server vNEXT.

Diagramm Exchange Server vNEXT

 

Zusammenfassung

Die Ankündigung von Exchange Server vNEXT gibt Exchange Administratoren Zuversicht und Planungssicherheit für den Betrieb einer lokalen Exchange Server Organisation. Jedoch ändern sich durch neue Lizensierungsmodelle die Voraussetzungen für den Betrieb. Wenn Sie die Anforderung nach einer hochverfügbaren Bereitstellung von Exchange Server Funktionen haben, gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Migrieren Sie Ihre lokale Exchange Organisation schnellstmöglich auf Exchange Server 2019, um auf Exchange Server vNEXT vorbereitet zu sein und folgen Sie der Preferred Architecture beim Design der Umgebung.
  2. Migrieren Sie Ihre lokale Exchange Organisation zu Exchange Online und nutzen Sie die erweiterten Funktionen, die Ihnen im Zusammenspiel mit den weiteren Microsoft 365 Diensten zur Verfügung stehen.

Für welchen Weg Sie sich auch entscheiden, Exchange Server blickt auf mehr als 25 Jahre Erfahrung in der Bereitstellung einer soliden Messaging-Plattform zurück.

 

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Viel Spaß mit Exchange Server.

 


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Der WBSC#WEBDAY zum Thema Exchange Server 2019 am 29. Oktober 2020 war ein großer Erfolg. Dafür möchten sich das ganze WBSC-Team und ich noch einmal bei allen Live-Teilnehmern bedanken.

Die Aufnahmen der einzelnen Sessions stehen zum On-Demand Streaming auch in meinem YouTube Kanal bereit.

Viel Spaß.

 

 

Viel Spaß mit Exchange Server und Exchange Online.

Bis zur nächsten WBSC Veranstaltung.

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Folge 9

Heute wurde Folge 9 von Thomas' Tech Talk veröffentlicht.

Das Thema des Talks ist:

  • Exchange Server vNEXT

Auf der Microsoft Ignite 2020 hat das Exchange Team Neuigkeiten zur Zukunft von Exchange Server in der lokalen IT-Infrastruktur bekanntgegeben. 

Die wichtigste Information ist, dass es für Exchange Server On-Premises eine Zukunft gibt. Jedoch gibt es einige Änderungen für den Betrieb von Exchange Server. Die größte Änderung ist der Wechsel zu einem Abonnement-Lizenzmodell.

Was dies bedeutet und welche Änderungen es noch gibt, erfahren Sie in diesem Tech Talk.

 

 

Links

 

Ressourcen

 

Viel Spaß.

 

 

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Logo Exchange ServerAuf der diesjährigen Ignite Konferenz hat die Exchange Produktruppe einige Neuigkeiten rund um Exchange Server und Exchange Online veröffentlicht. Nicht alle Neuigkeiten wurde mit Begeisterung aufgenommen. 

Hier noch einmal die wichtigsten Punkte:

  • Die nächste Exchange Server Version
    • Die nächste Version von Exchange Server soll im zweiten Halbjahr 2021 verfügbar sein
    • Diese Version wird nur für Kunden verfügbar sein, die auf ein Abo-Lizenzmodell für Exchange Server wechseln
    • Das Lizenzmodell umfasst Support, Produkt- und Sicherheitsaktualisiserungen und Zeitzonen-Updates
    • Die Version unterstützt eine In-Place-Aktualisiserung für Exchange Server 2019
    • Diese Version unterstützt weiterhin eine Koexistenz mit vorherigen Produktversionen, solange diese sich innerhlab ihres Lebenszyklus befinden

Die klare Empfehlung ist, vorhanden Exchange 2013 und Exchange 2016 Umgebungen auf Exchange Server 2019 zu migrieren. Die Migration zu Exchange Server 2019 ist die letzte große Exchange Migration, die in On-Premises Umgebungen durchgeführt werden muss.

  • Exchange Server 2019 Capacity Calculator
    • Der Exchange Server 2019 Capacity Calculator, der bisher Bestandteil des CU ISO war, steht frei zum Download bereit
  • Hybrid Configuration Wizard
    • Ein neuer Release des Hybrid Configuration Wizard (HCW) unterstützt mehrer On-Premises / Exchange Online Mandanten-Konfigurationen
  • Exchange Online - Tenant-zu-Tenant MIgration
    • Endlich wird es eine native Unterstützung für Postfachmigrationen zwischen Microsoft 365 Mandanten geben. Die Public Preview hierzu wurde angeküngt. 
  • Exchange Online - Plus-Adressierung
    • In Exchange Online ist ab sofort die Plus-Adressiering für E-Mail-Adressen verfügbar. 

 

Links

 

 

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