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Granikos Technology Blog

The English version has been published at ENow's ESE Blog Migration of Legacy Public Folder to Modern Public Folder in Exchange Online


Mit Exchange Version 2013 wurden die sog. Modernen Öffentlichen Ordner (Modern Public Folder) eingeführt. In den vorherigen Produktversionen von Exchange Server erfolgte die Replikation der Öffentlichen Ordner mit einer eigenen Replikationstechnologie. Die öffentlichen Ordner bis einschließlich Exchange Server 2010 bezeichnet man als Legacy Public Folder oder als Öffentliche Ordner alter Bauart.

Im April 2017 habe ich bereits die Herausforderungen aufgezeigt, die bei der Migration von Öffentlichen Ordner innerhalb einer lokalen Exchange Organisation auftauchen. Dieser Blogartikel behandelt die Migration von Legacy Public Foldern zu Exchange Online.  

Exchange Online unterstützt die direkte Migration von Legacy Public Foldern aus der lokalen Exchange Organisation zu Modern Public Foldern in Exchange Online. Da es sich hierbei technisch um eine Migration über Exchange Organisationsgrenzen hinweg (sog. Cross-Forest Migration) handelt, ergeben sich ganz eigene Herausforderungen. 

Voraussetzung

Die Postfach-Migration aus einer lokalen Exchange Organisation hin zu Exchange Online erfordert immer die Konfiguration eines Migrationsendpunktes. Über diesen Endpunkt greift Exchange Online auf einen lokal installiert Exchange Server 2016 mit Hybrid Funktion zu.

Es sei an dieser Stelle erwähnt, dass es keine installationsfähige Exchange-Betriebsrolle "Hybrid Server" gibt. Wenn Sie zur Lizensierung eines lokalen Exchange 2016 Servers die von Microsoft im Office 365 Tenant bereitgestellte Exchange Server Lizenz einspielen, wird als Betriebsrolle "Hybrid" angezeigt.  

Das nachfolgende Schaubild zeigt die Zugriffswege für die Migration von Postfächern und die Migration von Öffentlichen Ordnern von Exchange Server 2010 zu Exchange Online. Der Zugriffsweg zur die Migration von Exchange-Postfächern ist grün dargestellt, der für die Migration von Öffentlichen Ordner blau.

Migrationswege für Legacy Public Folder und Mailbox Migrationen

Exchange Server 2016 arbeitet bei der Migration von Postfächern als Proxy und nimmt in unserem Beispiel Verschiebeanforderungen von Exchange Online per Exchange Web Service (EWS) unter dem Hostnamen ews.varunagroup.de entgegen. Der Migrationsendpunkt für Exchange-Postfächer kann nicht für die Migration von Legacy Public Foldern verwendet werden. Die Migration der Legacy Public Foldern erfolgt über einen OutlookAnywhere Migrationsendpunkt vom Typ Public Folder. Ein Endpunkt dieses Typs kann im Exchange Admin Center nicht manuell erstellt werden. Die Erstellung erfolgt im Rahmen der Einrichtung des Migrationsbatchs mit Hilfe der Exchange Online Remote PowerShell.  Für die Einrichtung des Migrationsendpunktes wird ein Benutzerkonto (Migrationskonto) im lokalen Active Directory benötigt, dass Organisationsadministrator ist.    

Wenn Sie den externen OutlookAnywhere Zugriff auf Exchange Server 2010 bereits entfernt haben oder ihn noch nie in Betrieb hatten, so müssen Sie diesen Zugriff konfigurieren. Die externe Verfügbarkeit eines OutlookAnywhere Endpunktes ist für die Migration der Legacy Public Folder zu Exchange Online eine Voraussetzung

Hinweis zum Diagramm 
Zur besseren Lesbarkeit wurden notwenige Komponenten zur Veröffentlichung der internen Exchange Endpunkte im Internet nicht mit eingezeichnet.

E-Mail aktivierte Öffentliche Ordner

Ein Wort zu E-Mail-aktivierten Öffentlichen Ordnern. E-Mail-aktivierte Öffentliche Ordner hatten in der Vergangenheit ihre Daseinsberechtigung, sind aber in der heutigen Zeit nicht mehr State-of-the-Art. Sie sollten darüber nachdenken, E-Mail-aktivierte Öffentliche Ordner durch eine zeitgemäße Lösung ersetzen. Wenn Sie die Öffentlichen Ordner Hierarchie zu Office 365 migrieren und anschließend zu etwas Neuem wechseln möchten, bringen Sie vielleicht die Funktionen von Microsoft Teams weiter. 

Im Beispiel dieses Artikels gab es zu Beginn der Postfach-Migration in der Exchange Organisation E-Mail-aktivierte Öffentlichen Ordner, die mit Hilfe des Scripts Sync-MailPublicFolders.ps1 (Download) zu Office 365 manuell synchronisiert wurden. Dies war erforderlich, damit Anwender mit einem Postfach in Exchange Online E-Mail-Nachrichten an diese Öffentlichen Ordner senden konnten.  

Als Teil der Vorbereitungen zur Migration der Öffentlichen Ordner zu Exchange Online wurden Funktionen der E-Mail-aktivierten Ordner in Freigegebene Postfächer migriert. Hierzu gehörte damit auch die Deaktivierung der E-Mail Funktionen der betroffenen Öffentlichen Ordner. 

Migrationsschritte

Der Ablauf einer Migration der Öffentlichen Ordner von Exchange Server 2010 zu Exchange Online ist im Grundsatz identisch zur Migration zu Exchange Server 2016 in einer lokalen Exchange Organisation. Der Hauptunterschied liegt in der Konfiguration des Migrationsendpunktes und des Remote-Migrationsbatches.

Die Schritte sind: 

  1. Prüfung der Öffentlichen Ordner Namen auf nicht unterstützte Zeichen, wie z.B. "\" "/", und führende oder nachstehende Leerzeichen. 
     
    Die Namen der Öffentlichen Ordner müssen vor der Erstellung der Migrationsdateien für eine Migration vorbereitet werden. Sie dürfen keine führenden oder nachstehenden Leerzeichen enthalten. Ebenso dürfen Sie kein "\" oder "/" enthalten, da diese Zeichen in den weiteren Schritten als Trennzeichen für Ordnerebenen identifiziert werden. Hier müssen Sie sich für ein alternatives Trennzeichen entscheiden, wie z.B. "|".  
     
    Hierzu finden Sie in PowerShell-Skript in der TechNet Gallery: https://gallery.technet.microsoft.com/Rename-and-Trim-Legacy-85e483b1 
     
  2. Erstellung eines aktuellen Snapshots der gegenwärtigen Öffentlichen Ordner Umgebung 

    Hierzu verwenden Sie die von Microsoft im TechNet Artikel bereitgestelten PowerShell Einzeiler. Diese Snapshots haben nur informellen Charakter, da sie in den weiteren Schritten nicht verwendet werden. 
     
  3. Download und Ausführung der Legacy Public Folder Migrationsskripte

    Laden Sie die Migrationsscripte herunter und führen Sie die Scripte, wie im TechNet Artikel beschrieben aus. 
     
  4. Prüfung und Anpassung der Grenzwerte (Quota) zur Bereitstellung von Nachrichten in Modernen Öffentlichen Ordnern in Exchange Online 
     
    Ohne eine Anpassung der Standardgrenzwerte für Modern Public Folder in Exchange Online, steigt das Risiko, dass es bei der Migration der Ordnerinhalte der Legacy Public Folder zu einem Fehler kommt. Der Standardgrenzwert für die Bereitstellung in einen Öffentlichen Ordner ist 2GB.
     
    # Quota für die Migration ganz aufheben
    Set-OrganizationConfig -DefaultPublicFolderProhibitPostQuota Unlimited -DefaultPublicFolderIssueWarningQuota Unlimited
  5. Einrichtung des Migrationsendpunktes und Migrationsbatches 
     
    Bei der Einrichtung des Migrationsendpunktes ist es wichtig, dass die Authentifizierungsmethode verwendet wird, die für Ihren OutlookAnywhere Endpunkt konfiguriert ist. Das Beispiel im TechNet konfiguriert Basic als Authentifizierungsmethode. Hier muss als Alternative NTLM konfiguriert werden, wenn OutlookAnywhere in Ihrer Umgebung für NTLM konfigriert ist.. 
     
    Sollte die Legacy Public Folder Hierarchie zu diesem Zeitpunkt noch Fehler, wie z.B. Ordner mit nicht ungültigen Ordnernamen beinhalten, enthält, so wird die Einrichtung des Batchs fehlschlagen. In diesem Fall müssen Sie die Fehler beheben und die Einrichtung des Batches wiederholen. 

    In diesem Schritt wird das Migrationsbatch nur eingerichtet und nicht automatisch gestartet.
     
  6. Start des Migrationsbatchs

    Nach dem Start des Batchs erfolgt die erste Synchronisation der Ordnerinhalte und auch der Hierarchie. Nach Abschluss der Synchronisation können Sie für jedes Zielpostfach der Öffentliche Ordner Postfächer prüfen, ob es Probleme mit den Inhalten gab und aufgetretene Probleme beheben. Das Postfach zur Speicherung der primären Hierarchie der Öffentlichen Ordner wird Fehler anzeigen die sich auf die Hierarchie beziehen. Ein Fehlerszenario im Zusammenhang mit E-Mail-aktivierten Ordnern ist unten beschrieben.

    Nach Abschluss der ersten Synchronisierung erfolgt alle 24 Stunden eine inkrementelle Synchronisierung.
     
  7. Finalisierung des Migrationsbatchs

    Mit der Finalisierung des Batchs wird eine letzte Synchronisation der Legacy Public Folder Inhalte ausgelöst. Für die Finalisierung werden die Legacy Public Folder für den Zugriff durch Endanwender gesperrt. Damit diese Sperrung zeitnah angewandt wird, sollten Sie auf den Exchange 2010 Servern, die die Public Folder Datenbank hosten, den Dienst MSExchangeIS neustarten.

    Die Finalisierung wird einige Zeit in Anspruch nehmen. Da während dieser Zeit Anwender keine neuen Daten in den Legacy Public Foldern ablegen können, muss diese Finalisierung während eines Wartungsfensters stattfinden.

    Tipp
    Kopieren Sie die Datenbanken vor dem finalen Abschluss der Migration auf ein anderes System, um im Anschluss auf die alten Inhalte mit Tools, wie z.B. Veeam Exchange Explorer, zugreifen zu können. Aktivieren Sie vor dem Erstellen der Kopien die Umlaufprotokollierung.
     
  8. Testzugriff auf die migrierten Inhalte

    Sie testen den Zugriff auf die migrierten Öffentlichen Ordner, indem Sie die erste Public Folder Mailbox für den Zugriff auf die Hierarchie freigeben und für den Test-Benutzer die Default Public Folder Mailbox konfigurieren.
     
    # Erste Public Folder Mailbox freigeben
    Set-Mailbox Mailbox1 -PublicFolder -IsExcludedFromServingHierarchy:$false
    
    # Default Public Folder Mailbox für Test-Benutzer setzen
    Set-Mailbox -Identity JohneDoe@varunagroup.de -DefaultPublicFolderMailbox Mailbox1
  9. Abschluss der Migration

    Der Abschluss der Migration in der lokalen Exchange Organisation führt dazu, dass die Öffentliche Ordner Hierarchie entfernt wird. Sie haben anschließend keinerlei Möglichkeit mehr, auf normalem Weg auf Daten der Öffentliche Ordner zuzugreifen. Achten Sie nach dem Abschluss der Migration darauf, dass alle Öffentlichen Ordner Postfächer in Exchange Online die Hierarchie bereitstellen. 
    # Alle Public Folder Postfächer für den Hierarchie-Zugriff freigeben
    Set-Mailbox -PublicFolder -IsExcludedFromServingHierarchy:$false
    
    # Öffentlichen Ordner Zugriff auf "local" setzen (aus Sicht der Office 365 E-Mail Postfächer)
    Set-OrganizationConfig -PublicFoldersEnabled Local

    Die Änderung des Zugriffes auf Öffentliche Ordner wird den Clients über die automatische Konfiguration (AutoDiscover) bereitgestellt. Durch das Caching der Konfiguration kann es mehrere Stunden dauern, bis alle Clients die neue Konfiguration verwenden. Planen Sie diese zusätzliche Zeit in das Wartungsfenster zur Finalisierung ein.

 

Migrationsfehler mit E-Mail-aktivierten Öffentlichen Ordnern

Wie bereits erwähnt, wurden alle E-Mail-aktivierten Ordner vor der Migration zu Exchange Online deaktiviert und das Skript zur Synchronisation der E-Mail-aktivierten Öffentlichen Ordner mit Office 365 ausgeführt. Leider führt das Skript nicht alle notwendigen Schritte aus, um die Informationen in Exchange Online korrekt zu entfernen.

Fehlermeldung im Migrationsbatch:

"Error: More than N mail public folders in Active Directory were not linked to any public folder during migration. Mail flow will stop working for these public folders after the migration is finalized. Please check whether these are important"

Lösung

Sie müssen die nicht mehr vorhanden Ordner manuell mit Hilfe der Exchange Online Remote PowerShell löschen. Mit dem nachfolgenden Beispiel löschen Sie alle E-Mail aktivierten Öffentlichen Ordner, die mit Hilfe des Skriptes  Sync-MailPublicFolders.ps1 in Exchange Online erstellt wurden.

# Löschung eines einzelnen ehemals E-Mail-aktivieren Öffentlichen Ordners in Exchange Online
Get-MailPublicFolder 'My Mail Public Folder' | Remove-SyncMailPublicFolder

# Löschung aller ehemals E-Mail-aktivierten Öffentlichen Ordner in Exchange Online
Get-MailPublicFolder -ResultSize Unlimited | Remove-SyncMailPublicFolder

 

Zusammenfassung

Die Migration von Legacy Public Foldern zu Exchange Online ist nicht schwer. Sie erfordert aber, dass die zu migrierende Hierarchie der Öffentlichen Ordner vorbereitet wird und Ordnernamen keinen unzulässigen Zeichen enthalten. Ebenso muss ein passender OutlookAnywhere Endpunkt aus dem Internet erreichbar sein. Ohne einen OutlookAnywhere Endpunkt und ohne ein berechtigtes Migrationskonto kann der Migrationsbatch von Exchange Online keine Daten kopieren.

Stellen Sie die E-Mail-Aktivierung von Öffentlichen Ordnern in Frage und suchen Sie modernere Lösungen. Eventuell notwendige Umzüge von E-Mail-Adressen müssen vor der Migration der Öffentlichen Ordner abgeschlossen sein.

Planen Sie für die Finalisierung der Migration genügend Zeit ein. Im direkten Vergleich zu lokale durchgeführten Modern Public Folder Migrationen benötigten Finalisierungen von Migrationen zu Exchange Online das Vierfache an Zeit. Bedenken Sie, dass nach einer Umstellung des Public Folder Zugriffes für die Postfachnutzer in Exchange Online es noch mehrere Stunden dauern kann, bis die Konfigurationsänderungen durch Outlook Clients genutzt werden.

Viel Spaß mit modernen Öffentlichen Ordnern.

 

Links

 

 

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Problem

Wenn Sie Öffentliche Ordner alter Bauart (Legacy Public Folder) von Exchange Server 2010 zu modernen Öffentlichen Ordnern (Modern Public Folder) in Exchange Online migrieren, kann es bei der Synchronisation der Öffentlichen Ordner zu folgendem Fehler kommen:

Error: More than X mail public folders in Active Directory were not linked to any public folder during migration. Mail flow will stop working for these public folders after the migration is finalized. Please check whether these are important

Dieses Problem tritt in folgendem Szenario auf:

  • Sie haben eine Hybrid Koexistenz-Konfiguration mit Exchange Online, in der Benutzerpostfächer bereits in Exchange Online gehostet werden und die Öffentlichen Ordner noch in der lokalen Exchange Organisation auf Exchange Server 2010 bereitgestellt werden
  • Sie haben vor der Migration der Legacy Public Folder zu Exchange Online E-Mail-aktivierte Öffentliche Ordner mit Hilfe des Scriptes Sync-MailPublicFolders.ps1 zu Exchange Online synchronisiert
  • Sie haben vor der Migration die E-Mail Aktivierung für alle oder einige Öffentlichen Ordner aufgehoben und diese Änderung mit Hilfe des Scriptes Sync-MailPublicFolders.ps1 zu Exchange Online synchronisiert
  • Das Migrationsbatch für die Migration der Legacy Public Folder zu Modern Public Folder ist gestartet

Ausgabe des Scripts Sync-MailPublicFolders.ps1 nach Deaktivierung aller E-Mail-aktivierten Öffentlichen Ordner:

Creating an Exchange Online remote session...
Exchange Online remote session created successfully.
Enumerating local mail enabled public folders...
Mail public folders enumeration completed: 0 local folder(s) found.
WARNUNG: You are about to remove ALL mail-enabled public folders from Exchange Online Active 
Directory. Only proceed if you do not have any users on Exchange Online already using mail-enabled public folders. 

Das Script meldet zwar, dass bei der Synchronisation die Informationen über die inzwischen E-Mail-deaktivierten Ordner aus Exchange Online entfernt werden, dies ist jedoch nicht der Fall.

 

Lösung

Prüfen Sie in der Exchange Online PowerShell, ob sich noch E-Mail-aktivierte Ordner in der Exchange Online Organisation befinden.

Get-MailPublicFolder -ResultSize Unlimited

Prüfen Sie, welche vermeintlich E-Mail-aktivierten Ordner inzwischen deaktiviert wurden und entfernen Sie diese Ordner aus der Exchange Online Organisation

# Löschung eines lokal nicht mehr E-Mail-aktivierten Ordners
Get-MailPublicFolder 'Mail Public Folder' | Remove-SyncMailPublicFolder 

# Löschung alle E-Mail-aktivierten Ordner Informationen aus Exchange Online
Get-MailPublicFolder -ResultSize Unlimited | Remove-SyncMailPublicFolder 

Nach der Löschung der Informationen aus Exchange Online wird die nächste inkrementelle Synchronisation des Migrationsbatches ohne Fehler durchlaufen.

Links

 

Viel Spaß bei der MIgration von Öffentlichen Ordner zu Exchange Online!

 

 

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Die Migration von E-Mail Postfächern von alternativen E-Mail Servern, wie z.B. Lotus Notes, zu Office 365 ist über das Protokoll IMAP möglich. Die Möglichkeit zur Datenmigration ist in das Office 365 Admin Center implementiert. Über den Menüpunkt Datenmigration können Office 365 Administratoren Postfach-Migrationen zu Office 365 starten. Hierbei werden im Hintergrund die notwendigen Konfigurationen in Exchange Online vorgenommen.

Die nachfolgenden Schritte beschreiben die Migration von Postfächern von einem E-Mail Server mit einer IMAP-Migration, beginnend mit dem Hinzufügen einer neuen Domäne zu Office 365. Für die Einrichtung der IMAP-Migration ist keine vollständige DNS-Konfiguration der Domäne erforderlich. Die Validierung der neuen Domäne ist ausreichend.

An welchem Schritt Sie nun die DNS-Einträge für die MX Ressource Records umstellen, ist Ihnen überlassen und hängt vom Migrationsszenario ab. Sollte die betroffene Domäne weiterhin aktiv für die E-Mail Zustellung verwendet werden, so empfehle ich ein Umstellung der MX-Einträge direkt nach Einrichtung aller Postfächer in Office 365.

Voraussetzungen

Für eine erfolgreiche Migration sind folgende Voraussetzungen notwendig

  • Adminkonto auf dem IMAP-Server, um den IMAP-Endpunkt für den Zugriff in Office 365 (Exchange Online) zu konfigurieren
    • E-Mail Adresse und Kennwort
  • Liste der zu migrierenden IMAP-Benutzerpostfächer für
    • Anlage neuer Office 365 Benutzer mit zugewiesener Office 365 Lizenz, die einen Exchange Plan enthält
    • IMAP E-Mail-Adresse und Benutzerkennwort zur Synchronisation der Postfachdaten
  • Erreichbarkeit des IMAP Endpunktes per TCP 993 aus dem Internet
  • Umstellung der MX DNS Ressource Records zur Umstellung der E-Mail Zustellung

Hinzufügen der Domäne zu Office 365

In den folgenden Schritten wird die Domäne azure-usergroup.de als neue Domäne zu einem Office 365 Tenant hinzugefügt.

Schritt 1

Rufen Sie im Office 365 Admin Center den Menüpunkt Setup > Domänen auf und klicken Sie auf Domäne hinzufügen, um den Wizard für eine neue Domäne zu starten.

Geben Sie den Domänennamen ein und klicken Sie auf Weiter.

Hinzufügen einer neuen Domäne in Office 365 - Schritt 1

 

Schritt 2

Es ist erforderlich, dass Sie die Eigentümerschaft für die Domäne, die Sie hinzufügen möchten, nachweisen. HIerzu stehen Ihnen drei Möglichkeiten zur Verfügung.

  1. Validierung mit Hilfe eines TXT Resource Record Eintrages in der Internet DNS Zone der hinzuzufügenden Domäne
  2. Validierung mit Hilfe eines MX Resource Record Eintrages in der Internet DNS Zone der hinzuzufügenden Domäne
  3. Validierung mit Hilfe eines per E-Mail zu gesandten Codes - Diese Methode steht nur zur Verfügung und wird nur dann angezeigt, wenn die entsprechenden Daten in der DNS Zone hinterlegt sind

Kopieren Sie den TXT-Wert, im aktuellen Beispiel MS=ms81514861 und tragen Sie diesen als Wert für den TXT Resource Record ein.

Je nach DNS Anbieter, kann es mehrere Minuten dauern, bis der Eintrag für Server von Microsoft abrufbar ist. Bei einigen DNS Anbietern kann dies bis zu 24 Stunden in Anspruich nehmen. Wenn Sie bei solch einem Anbieter Ihre DNS Zonen pflegen, sollten Sie über einen Wechsel nachdenken.

Klicken Sie auf Überprüfen, um den TXT Resource Record Eintrag prüfen zu lassen. Wenn der Eintrag erfolgreich geprüft wurde, gelangen Sie zum nächsten Schritt.

Hinzufügen einer neuen Domäne in Office 365 - Schritt 2

 

Schritt 3

Da Sie die DNS Einträge für Ihre Domäne selber veralten, wählen Sie den Punkt Ich verwalte meine eigenen DNS-Einträge aus und klicken Sie auf Weiter.

Hinzufügen einer neuen Domäne in Office 365 - Schritt 3

 

Schritt 4

Die Migration der IMAP-Postfachdaten erfordert keine Anpassung der DNS-Einträge für Ihre Domäne. Diese sind erst erforderlich, wenn Sie die Office 365 Dienste bereitstellen und die E-Mail Zustellung zu Exchange Online Protection umstellen möchten.

Wählen Sie die Checkbox am Ende der Seite, um die Aktualisierung der DNS-Einstellungen auszulassen und klicken Sie auf Überspringen

Hinzufügen einer neuen Domäne in Office 365 - Schritt 4

 

Schritt 5

Damit ist die Ersteinrichtung der neuen Domäne in Office 365 abgeschlossen.

Klicken Sie auf Fertig stellen.

Hinzufügen einer neuen Domäne in Office 365 - Schritt 5

 

IMAP Postfach-Migration 

Nachdem die neue Domäne erfolgreich zu Office 365 hinzugefügt wurde, kann mit der IMAP Migration begonnen werden.

Zur geführten IMAP-Datenmigration zu Office 365 gelangen Sie über den Menüpunkt Setup > Datenmigration.

Einrichtung Benutzerkonten

Vor der Einrichtung der IMAP-Datenmigration über das Office 365 Admin Center müssen Sie die Benutzer in Office 365 anlegen, einen Benutzernamen mit der zu migrierenden Domäne vergeben und eine Office 365 Lizenz zuweisen. Durch diese Zuweisung wird das erforderliche Ziel-Postfach für die Datenmigration erstellt. Der Benutzername in Office 365 kann vom Benutzernamen auf IMAP-Quellseite abweichen.

Im folgenden Beispiel sehen Sie die Erstellung eines Benutzers unter Verwendung der neu hinzugefügten Domäne. Diese Adresse ist sowohl der Office 365 Anmeldename, als auch die neue primäre E-Mail Adresse des Benutzers. 

Erstellung Office 365 Nutzer als Ziel für eine IMAP Postfachmigration

Optional können Sie neue Benutzer natürlich auch mit Hilfe eines CSV-Datei Imports erstellen.

 

Schritt 1 : Einrichtung Datenmigration

Im Bereich der Datenmigration bietet Microsoft eine Unterstützung für gängige E-Mail Plattformen an. Die allgemeine E-Mail Datenmigration mit IMAP verbirgt sich unter dem Auswahlpunkt Weitere E-Mail-Quellen.    

Office 365 Datenmigration

 

Geben Sie den IMAP-Servernamen, den IMAP-Port und die verwendete Sicherheitsmethode an. Eine IMAP-Verbindung ohne Verbindungsverschlüsselung wird nicht unterstützt.

Tragen Sie die E-Mail Adresse des IMAP-Administratorkontos und das dazugehörige Kennwort ein. Klicken Sie anschließend auf Speichern

Office 365 IMAP-Datenmigration Schritt 1

 

Schritt 2: Start der IMAP-Migration

Wählen Sie das Office 365 Ziel-Konto aus und geben Sie die passende E-Mail Adresse des Quell-Postfaches an. Nach Eingabe der dazugehörigen Kennwortes wird die IMAP-Verbindung zum Postfach überprüft. Wiederholen Sie diesen Schritt für jedes zu migrierende Postfach.

Nach der erfolgreichen Überprüfung des IMAP-Zugriffes können Sie die Migration der Postfachinhalte durch einen Klick auf Migration starten auslösen.

Office 365 IMAP-Datenmigration Schritt 2

 

Nach dem Start der Migration erfolgt eine Rückmeldung im Office 365 Admin-Center, dass die Migration in Bearbeitung ist. 

Office 365 IMAP-Datenmigration Schritt 2 - In Bearbeitung

 

Springen Sie zu Schritt 3, um das nachfolgende Exchange Online Intermezzo zu überspringen.

 

Intermezzo 1: IMAP-Migration und Exchange Online

Natürlich führt nicht das Office 365 Admin-Center die Migration der Postfächer durch, sondern Exchange Online. Das Office 365 Admin-Center übernimmt die Konfiguration des Migrationsendpunktes, die Erstellung und die Steuerung des Migrationsbatches. Aber wie sieht solch eine erstelle Konfiguration in Exchange Online aus?

Schauen wir uns die Migrationsendpunkte im Exchange Online Admin-Center (EAC) genauer an. Sie finden die Konfiguration der Migrationsendpunkte in der EAC unter:

Empfänger > Migration > ... > Migrationsendpunkte

In der Übersicht der Migrationsendpunkte wurde ein neuer Endpunkt vom Typ IMAP erstellt.

Exchange Online - Migrationsendpunkte

 

Die Übersicht der Migrationsbatche zeigt den durch das Office 365 Admin-Center konfigurierten Batch und man erkennt, dass in diesem Batch ein Postfach enthalten ist, jedoch noch nicht synchronisiert wurde.

Exchange Online - IMAP Migrationsbatch

 

Wählen Sie das IMAP_Batch in der Übersichtsliste aus, um im rechten Fenster die Zusammenfassung des Batches anzuzeigen. Man sieht z.B. die Richtung der Migration (Onboarding) und den aktuellen Gesamtstatus des Batches (Synchronisierung). Hier finden Sie auch Informationen zur zeitlichen Dauer der Migration.

Exchange Online - IMAP Migrationsbatch - Details

 

Klicken Sie unterhalb von Postfachstatus auf Details anzeigen, um sich die Liste der im Batch konfigurierten Postfächer und deren Details anzeigen zu lassen. 

Exchange Online - IMAP Migrationsbatch - Batch Details

Aber nun zurück zum Office 365 Admin-Center.

 

Schritt 3: Synchronisierte Postfächer

Nachdem im Hintergrund der Migrationsendpunkt in Exchange Online eingerichtet und das Migrationsbatch erstellt wurde, gilt es zu warten. Exchange Online verarbeitet Migrationsbatche in Abhängigkeit der aktuellen Serverlast. Das bedeutet, dass die Einrichtung und der Start einer Migration nicht gleichzusetzen ist mit dem Start der Ausführung. 

Sobald die Erstsynchronisierung abgeschlossen ist, wird das IMAP-Postfach alle 24 Stunden automatisch synchronisiert. Im Office 365 Admin-Center wird im Kopftext zwar angezeigt, dass die Migration erfolgreich abgeschlossen ist, dies ist aber nicht korrekt.   

Office 365 IMAP-Datenmigration Schritt 3 - Synchronisiert

Dies wird im nächsten Exchange Online Intermezzo deutlich. Springen Sie zu Schritt 4, wenn Sie die IMAP-Migration abgeschliessen möchten.

 

Intermezzo 2: Status des IMAP-Migrationbatch

In der Übersicht der Exchange Online Migrationsbatche wird deutlich angezeigt, dass das Batch synchronisierte, aber keine finalisierten (abgeschlossenen) Postfächer enthält.

Exchange Online - IMAP Migrationsbatch - Synchronisierte Postfächer

 

Schritt 4: IMAP-Migration beenden

Über das Office 365 Admin-Center können Sie die IMAP-Migration für jeden Benutzer getrennt beenden. Hierzu wählen Sie einen Benutzer aus, dessen Postfach im Status Synchronisiert ist und klicken auf Migration beenden. Nach der Bestätigung mit Ja wird das ausgewählte Postfach innerhalb des Migrationsbatches finalisiert.

Das bedeutet, dass für diesen Bentuzer eine letzte IMAP-Synchronisierung durchgeführt wird und dieser Benutzer nach Abschluss der Synchronisierung aus dem Migrationsbatch entfernt wird. Alle im Batch verbleibenden Postfächer werden weiterhin alle 24 Stunden synchronisiert.

Office 365 IMAP-Datenmigration Schritt 4 - Migration Beenden

 

Wenn kein Postfach mehr Migrationsbatch enthalten ist, haben Sie die Möglichkeit, neue Benutzer auszuwählen und eine Migration zu starten. 

Über die Schaltfläche Verbindung schließen wird die Information über eine laufenden IMAP-Migration aus dem Office 365 Admin-Center entfernt. Nach dem Schließen der Verbindung erreichen Sie über den Menüpunkt Datenmigration die Einstiegsseite der Datenmigration, wie in Schritt 1 beschrieben.

 

Nachdem alle IMAP-Postfächer zu Office 365 migriert wurden, können Sie mit dem Rückbau der Postfächer auf den Quellsystemen beginnen. 

 

Intermezzo 3: Exchange Online und der leere IMAP-Migrationbatch

Nach dem Beenden der IMAP-Migrationen und dem Schließen der Verbindung über das Office 365 Admin-Center verbleibt ein leerer IMAP-Migrationsbatch in Exchange Online. Diesen können Sie bedenkenlos über das Papierkorbsymbol löschen. 

 

Links

 

Sie haben Fragen zur IMAP Migration zu Office 365? Nutzen Sie bitte die Kommentarfunktion dieses Blogbeitrages.

Viel Spaß mit Office 365!

 

 

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Office 365 LogoZu lange waren Postfach-Migration zu Office 365 durch die maximale Nachrichtengröße bestimmt, die zu Office 365 migriert werden konnte. Exchange Experten haben einen Vielzahl von Strategien und Scripten entwickelt, um "large messages" in den Postfächern zu finden und in Zusammenarbeit mit den Anwendern aus den Postfächern zu entfernen.

Exchange Server 2013Diese wichtige Ankündigung wurde im aktuellen Blogartikel des Office 365 Teams (http://blogs.office.com/2015/01/12/whats-new-december-2014) eher beiläufig erwähnt.

Mit den aktuellen Neuerung für Office 365 wurde die maximale Nachrichtengröße von 25MB auf 150MB angehoben. Auch wenn die effektive Nachrichtengröße eher 35MB entsprach, war das alte Limit weit von der Realität entfernt. Nicht wenige Organisationen arbeiten intern mit einer Größenbeschränkung für Nachrichten jenseits der 25MB.

Die Versechsfachung der maximalen Nachrichtengröße erleichtert die Migration von großen Postfächern und großen Nachrichten zu Office 365. Dies führt automatisch zu einer besseren Akzeptanz einer Office 365 Migration bei Entscheidern und Anwendern.

Die Limits für Postfächer und für den Versand/Empfang von Nachrichten bleiben unverändert. Mehr über die Limits in Office 365 erfahren Sie hier (http://technet.microsoft.com/de-de/library/exchange-online-limits.aspx).

 


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