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Granikos Technology Blog

Keyboard LogoDie Auswirkung der COVID-19 Krise treffen auch die IT-Abteilungen der Unternehmen. Die Prioritäten von Aufgaben und Projekten haben sich in den letzten Wochen "spontan" geändert. Ehemals wichtige Projekte wurden auf "unbestimmte Zeit" verschoben.

Diese Situation ist der Exchange Produktgruppe bei Microsoft ebenfalls bewusst. Als Reaktion auf die aktuellen Herausforderungen für IT-Abteilungen ändert die Produktgruppe den Fahrplan für die geplante Deaktivierung der Basic Authentifizierung in Exchange Online.

 

Änderungen

  • Microsoft 365 Kunden, die weiterhin Basic Authentication für den Zugriff auf Exchange Online Ressourcen verwenden, haben Zeit bis zum zweiten Halbjahr 2021, um die Authentifizierungsmethode umzustellen. 
     
  • Für Microsoft 365 Kunden, die Basic Authentication nicht verwenden, wird diese Authentifizierungsvariante ab Oktober 2020 deaktiviert.
     
  • Der Rollout der Protokollerweiterungen für die Modern Authentication-Unterstützung der Protokolle POP, IMAP, SMTP AUTH und Remote PowerShell bleibt weiterhin bestehen.
     
  • Für neue Microsoft 365 Mandanten wird die Basic Authentication standardmäßig deaktiviert.

 

Sicherheit

Basic Authentication ist eine unsichere Authentifizierungsmethode und stellt grundsätzlich ein Risiko für die gesamte Exchange Online Plattform dar. Diese Authentifizierung stellt einen der größten Angriffsvektoren für Exchange Online dar. 

Im Rahmen seiner Präsentation Securing Exchange Online from Modern Threats stellte Brandon Koeller (BRK3248) auf der Ignite 2019 vor, welche Angriffsszenarien Microsoft in Exchange Online beobachtet, wie darauf in der Plattform reagiert. 

Die Deaktivierung von Basic Authentication für Exchange Online ist in diesem Zusammenhang ein große Aufgabe, die keinerlei Aufschub erlaubt. 

Folgende Zeilen aus meinen Blogartikel von Oktober 2019:

Die Exchange Produktgruppe ist sich der Herausforderungen für die Kunden bewusst. Der Titel des Original-Artikels Improving Security - Together ist mit Bedacht gewählt. Ein besserer Schutz von Exchange Online Postfächern und Ressourcen ist nur möglich, wenn die Erhöhung der Sicherheit gemeinsam, also von Ihnen als Office 365 Kunde und der Exchange Produktgruppe, umgesetzt wird.

Bereiten Sie sich und Ihre IT-Infrastruktur rechtzeitig auf die Abschaltung der Basic Authentication vor. Erstellen Sie einen realistischen Zeitplan für die notwendigen Konfigurationen und Anpassungen, um spätestens im Juli 2020 die Umstellung abgeschlossen zu haben. Es hat sich schon immer bewährt, einen zeitliche Puffer einzuplanen.

Die Erhöhung der Sicherheit geht immer mit Komfortverlust einher. Dieser Komfortverlust ist jedoch zu verschmerzen, wenn man den Sicherheitsgewinn gegenüberstellt.

 

Planung

Die aktuellen Herausforderungen der COVID-19 Krise haben uns in der IT zum großen Teil kalt erwischt. In kürzester Zeit mussten Möglichkeiten zur Remote-Arbeit für MItarbeiter eingerichtet und technische Implementierungen skaliert werden. Diese Arbeiten bestimmen zum großen Teil auch aktuell noch das tägliche Arbeitsleben in den IT-Abteilungen weltweit.

Nichtsdestotrotz sollten Sie dem Thema Deaktivierung von Basic Authentication für meinen Microsoft 365-Mandaten keinen Aufschub gönnen. Bewerten Sie die Wichtigkeit der aktuell pausierten IT-Projekte auch vorausschauend hinsichtlich der Sicherheitsrisiken für Ihre Exchange Online Ressourcen. Bewerten Sie in diesem Zusammenhang insbesondere das Verhalten der Anwender in Ihrem Unternehmen. 

Je nach Größe des Unternehmens ist das Thema komplex. Sie müssen sich einen Überblick über die Clients und die Applikationen verschaffen, die auf Exchange Online Ressourcen zugreifen und welche Authentifizierungsverfahren im Einzelnen verwendet werden. Hierzu finden Sie in meinem Blogartikel von Oktober 2019 weitere Informationen im Abschnitt Was muss ich tun?.

Sie werden sicher denken, dass bis zur zweiten Jahreshälfte 2021 noch ausreichend Zeit zur Umsetzung dieses Thema ist. Dieses Gefühl teile ich nicht. Wir können aktuell nicht absehen, wie lange die COVID-19 Krise vorhalten wird und wie sie sich in den nächsten Monaten auf unsere Arbeit in der IT auswirken wird. Daher ist eine rechtzeitige Planung und Durchführung des Projektes zur Abschaltung der Basic Authentication dringend geboten.

Denken Sie auch daran, dass Sie auch vor der zweiten Jahreshälfte 2021 eigenständig die Auithentifizierung per Basic Auth für Ihren Microsoft 365 Mandaten blockieren können.

 

Links

 

Viel Spaß mit Exchange Online. Stay safe.

 


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The English version of this post is published at ENow's ESE blog: Modern Authentication in Exchange Online

 

Keyboard LogoAbschaltung der Basic Authentication für Exchange Online

In ihrem Blogartikel Improving Security - Together hat die Exchange Produktgruppe angekündigt, die unsichere Authentifizierungsmethode Basic Authentication zum 13. Oktober 2020 nicht nur für die Exchange Web Services (EWS) abzuschalten, sondern zusätzlich auch für Exchange ActiveSync (EAS), POP, IMAP und Remote Exchange PowerShell.

Bei der Basic Authentication handelt es sich um eine in die Jahre gekommene Authentifizierungsmethode, die im Vergleich zu modernen Authentifizierungsmethoden Schwächen hat. Diese Schwächen führen dazu, dass diese Authentifizierungsmethode immer wieder von Angreifern verwendet wird, um unberechtigten Zugriff auf Ressourcen zu erlangen. Exchange Online und Azure AD sind, als globale Clouddienste, immens vielen Angriffen dieser Art ausgesetzt.

 

Mehr Sicherheit mit moderner Authentifizierung

Die moderne Authentifizierung (Modern Auth), basierend auf OAuth 2.0, bietet im Zusammenspiel mit Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) einen umfassenderen Schutz für den Zugriff auf Exchange Online und andere Cloud-Ressourcen. Diese Art der Authentifizierung ist nicht neu, setzt sich für bestimmte Zugriffsarten aber nur langsam durch. Die Unterstützung für Modern Auth wird bereits seit Office 2013 unterstützt und ist seit Version 2016 nativ in das Produkt integriert.

Für mobile Endgeräte stellt sich die Situation etwas anders dar. In vielen Fällen erfolgt der Zugriff auf Exchange Online Postfächer mit nativen E-Mail-Clients der mobilen Endgeräte statt. Diese verwenden in den meisten Fällen das ActiveSync-Protokoll (EAS). EAS wiederum bedient sich standardmäßig der Basic Authentifizierung und ist daher für die Zukunft nicht mehr das passende Protokoll für den Zugriff auf Exchange Online. Hier ist Outlook Mobile (Android/iOS) die bessere Alternative. Mit Outlook Mobile haben Sie die Möglichkeit, die Authentifizierung der Benutzerkonten zusätzlich mit MFA abzusichern.

Für die Protokolle SMTP, POP und IMAP gibt es eine besondere Herausforderungen. Diese Protokolle unterstützen heute die moderne Authentifizierung (noch) nicht. Für den Zugriff auf Mitarbeiter-Postfächer stellt dies noch keine Problem dar, da dieser Zugriff immer über das Protokoll MAPIoverHTTP erfolgen sollte. Das eigentliche Problem sind all die anderen Applikationen, die Sie gegenwärtig für einen POP/IMAP-Postfachzugriff und SMTP-Mailversand über ein Exchange Online Postfach konfiguriert haben. Hierzu gehören z.B. Ticketsysteme, ERP-Lösungen oder individuell programmierte Line-of-Business-Applikationen (LOB).

Ähnlich sieht es für die Authentifizierung von PowerShell-Skripten aus, die auf einem Ihrer internen Skript-Server ausgeführt werden und Aktionen gegen Exchange Online ausführen. Für die direkte Anmeldung an die Exchange Online PowerShell mit Modern Auth können Sie bereits heute das Exchange Online PowerShell Modul mit MFA oder die Azure Cloud Shell verwenden.

 

Was muss ich tun?

Die Deaktivierung der Basic Authentication für Exchange Online hat direkte Auswirkungen auf die von Ihnen betreute IT-Infrastruktur. Um eine Unterbrechung im Zugriff auf Exchange Online-Ressourcen zu vermeiden, müssen Sie wissen, mit welchen Protokollen Anwender und Applikationen auf Exchange Online-Endpunkte zugreifen. Die Exchange Produktgruppe plant ein Software-Tool zur Auswertung bereitzustellen, dass Sie bei der Analyse der Zugriffsarten unterstützt.

Für den Zugriff auf Exchange Postfächer von Windows Desktops ist die Maßnahme einfach. Wenn Sie noch ältere Windows Desktop Betriebssystem im Unternehmen einsetzen, wechseln Sie auf Windows 10 als Standard-Betriebssystem und migrieren Sie die Office-Installation zu Office 2019 bzw. Office 365 ProPlus.

Nutzen Sie Outlook Mobile für den Zugriff auf Exchange Online Postfächer. Outlook Mobile lässt sich über die gängigen Mobile Device Management (MDM) Lösungen zentral auf mobile Endgeräte verteilen und konfigurieren. Mit Hilfe von Mobile Application Management (MAM) und Conditional Access können Sie die Sicherheit beim mobilen Zugriff auf Exchange Online Postfächer noch weiter erhöhen.

Für automatisierte PowerShell-Skripte wird die Anpassung auf Modern Auth schwieriger. Sie können für die Ausführung der Skripte in der lokalen IT-Infrastruktur das Exchange Online PowerShell Modul mit MFA implementieren. Hierbei müssen Sie allerdings bedenken, dass Skripte mit einer längeren Ausführungszeit in technische Probleme laufen werden. Wenn Ihre Skripte von Timeouts und Skriptverzögerungen, sog. Micro Delays, betroffen sind, müssen Sie die Strategie zur Skriptausführung überdenken und den Skript-Code anpassen. Eventuell ist es vorteilhafter, eine professionelle Softwarelösung zur Ausführung von Skripten einzusetzen, die Modern Auth nativ unterstützt. PowerShell-Skripte, die nur Aktionen gegen Exchange Online oder anderen Office 365 Endpunkten ausführen, können auch in Azure Automation betrieben werden.

Wichtig ist auch noch einmal der Hinweis, dass sich die Deaktivierung der Basic Authentifizierung auf Exchange Online bezieht. Die On-Premises Variante von Exchange Server 2019 ist davon nicht betroffen.

 

Fazit

Die Exchange Produktgruppe ist sich der Herausforderungen für die Kunden bewusst. Der Titel des Original-Artikels Improving Security - Together ist mit Bedacht gewählt. Ein besserer Schutz von Exchange Online Postfächern und Ressourcen ist nur möglich, wenn die Erhöhung der Sicherheit gemeinsam, also von Ihnen als Office 365 Kunde und der Exchange Produktgruppe, umgesetzt wird.

Bereiten Sie sich und Ihre IT-Infrastruktur rechtzeitig auf die Abschaltung der Basic Authentication vor. Erstellen Sie einen realistischen Zeitplan für die notwendigen Konfigurationen und Anpassungen, um spätestens im Juli 2020 die Umstellung abgeschlossen zu haben. Es hat sich schon immer bewährt, einen zeitliche Puffer einzuplanen.

Die Erhöhung der Sicherheit geht immer mit Komfortverlust einher. Dieser Komfortverlust ist jedoch zu verschmerzen, wenn man den Sicherheitsgewinn gegenüberstellt.

 

Links

 

Viel Spaß mit Exchange Online!

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